Der richtige Umgang mit dem Mikrofon: Tipps vom Profi

Test - Test - Wuah! Wuah!

Ein Mikrofon ist ein wunderbares Werkzeug, um Ihre Stimme in die Welt hinauszutragen oder zumindest bis in die letzte Reihe. Doch allzu oft wird es behandelt wie ein Zauberstab aus einem Fantasy-Film: mit großen Gesten, viel Schwung und ohne den geringsten Plan. Ich habe oft den Verdacht, dass viele Menschen, die Angst haben in ein Mikrofon zu sprechen, das seltsam und souverän zu überspielen versuchen. Und dann passieren die Pannen, für die sie dann die Techniker verantwortlich machen möchten. Damit Ihnen das nicht passiert, habe ich hier die wichtigsten Mikrofon-Tipps für einen gelungenen Auftritt zusammengestellt.


Die Mute-Taste nutzen

Immer wieder sehe ich Menschen, die mit konzentriertem Gesichtsausdruck ihr Mikro ein- und ausschalten. Nach und vor jeder Moderation oder Durchsage. Sparen Sie sich diesen Stress! Lassen Sie sich zeigen, wo die Mute-Taste ist und nutzen Sie sie gezielt. So vermeiden Sie unnötige Störgeräusche, wirken professioneller und behalten die Kontrolle. Und Sie sind auch sehr viel schneller "betriebsbereit".


Sie verdienen einen guten Klang - machen Sie einen Souncheck!

Ein Mikrofon ist keine Glaskugel: Ohne Test weiß niemand, wie Sie klingen. Vor allem Sie selbst nicht. Machen Sie immer einen kurzen Soundcheck vor der Veranstaltung. Stellen Sie sicher, dass Ihre Stimme klar und deutlich zu hören ist. Gibt es Rückkopplungen? Hallt es wie in einer Tropfsteinhöhle? Finden Sie es vorher heraus, nicht erst während der Veranstaltung.


Was rede ich nur beim Soundcheck?

Wenn Sie das Mikrofon testen möchten bzw. eine Soundcheck machen und gerade Ihr Manuskript nicht zur Hand oder den Umherstehenden noch nichts verraten möchten, sagen Sie ein Gedicht oder einen Limerick auf. Beispiel gefällig? Bitte schön:


Zwei Iren, die wollten in Wieren

Mit Bieren die Nieren kurieren

Der Arzt riet den Iren

Das Bier zu dosieren

Jetzt woll‘n sie‘s mit Dosen probieren


Ein Mikrofon ist kein Zauberstab! Sprechen Sie bitte immer klar und deutlich

Manche Menschen halten das Mikro weit weg und erwarten, dass es Gedanken liest. Leider funktioniert das nicht. Sprechen Sie laut und deutlich direkt hinein. Das Mikrofon verstärkt nur das, was es auch wirklich aufnimmt. Vielleicht haben Sie Sänger gesehen, die das Mikro bei lautem Gesang weit weg ziehen? Tun Sie das bitte nicht. Professionelle Performer haben eine ganze Mannschaft von Ton-Technikern dabei und alle wissen genau, wie man Gesang und Gesangseffekte richtig abmischt. Das gilt nicht für Moderation oder Vorträge. Sprechen Sie laut und deutlich und langsam. Immer.


Das Mikrofon bewegt sich stets mit Ihnen

Wenn Sie den Kopf drehen, nehmen Sie das Mikrofon mit! Sonst klingt Ihr Satz plötzlich wie ein akustisches Versteckspiel: „Herzlich willkommen zu… (leise murmeln von der Seite) … unserer Veranstaltung.“ Halten Sie es immer in Richtung Ihres Mundes. 


Gestikulieren Sie nicht mit dem Mikrofon

Hände bewegen sich gerne beim Sprechen. Das ist wunderbar. Doch wenn Sie dabei das Mikro wild durch die Luft schwingen, klingt Ihre Rede eher wie ein vorbeifahrender Zug. Halten Sie das Mikro stets ruhig und nah am Mund. Und das immer mit demselben Abstand.


Halten Sie das Mikrofon immer nah am Mund

Ein Mikrofon, das zu weit weg ist, fängt nicht Ihre Stimme ein, sondern den Applaus, die Klimaanlage oder den Hall aus dem Saal ein. Daran ist nicht der Techniker schuld. Sie haben es im wahrsten Sinne des Wortes "in der Hand". Halten Sie ein Mikrofon nah (ca. 2-5 cm) vor den Mund, um eine klare und präsente Stimme zu gewährleisten und so wenig Hintergrundgeräusche wie möglich mitzunehmen. 


Vorsichtig ablegen

Ein Mikrofon ist kein Fußball! Wer es achtlos auf einen Tisch knallt, sorgt nicht nur für laute Störgeräusche, sondern kann es auch beschädigen. Legen Sie es behutsam ab oder geben Sie es an einen Techniker oder den nächsten Redner weiter. Oder dem Moderator.


Halten Sie Abstand zu Lautsprechern!

Jeder kennt diesen Moment: Ein Redner kommt zu nah an die Lautsprecher und plötzlich kreischt das Mikrofon wie eine beleidigte Diva. Das liegt an Rückkopplungen. Halten Sie also einen guten Abstand zu den Lautsprechern. Achten Sie auch immer darauf, wo die Lautsprecher stehen. Das ist immens wichtig. Bleiben Sie, wenn es geht, auch stets hinter den Lautsprechern, nicht davor.


Erklären Sie anderen Gästen und Rednern die richtige Nutzung und geben Sie Tipps

Reichen Sie jemandem ein Mikrofon? Dann erklären Sie kurz, dass es nah an den Mund gehalten werden muss. Es erspart peinliche „Hallo? Hört man mich?“-Momente und sorgt dafür, dass Anfänger nicht gleich in die klassischen Mikro-Fallen tappen.


Mikrofon-Ständer richtig einstellen

Ein Redner, der sich nicht umständlich bücken oder strecken muss, fühlt sich sofort wohler. Passen Sie den Mikrofonständer auf die richtige Höhe an. Das sorgt nicht nur für eine bessere Akustik, sondern auch für entspanntere Redner.


Es gibt ein Mikrofon? Benutzen Sie es. Immer.

Wenn ein Mikrofon vorhanden ist, nutzen Sie es. Immer. Auch wenn nur wenige Zuhörer da sind und Ihnen versichern, dass sie Sie auch ohne Verstärkung verstehen können, verlassen Sie sich nicht darauf. Ein großer Raum, offene Türen oder Umgebungsgeräusche, etwa von einer Messe, können die Verständlichkeit stark beeinträchtigen. Zudem könnten später noch Personen hinzukommen, die weiter hinten Platz einnehmen. Und wenn bereits die erste Frage akustisch nicht ankommt, verlieren Sie wertvolle Aufmerksamkeit. Ein funktionierendes Mikrofon steht bereit? Dann greifen Sie danach. Immer.


Fazit: Mit diesen Tipps sind Sie bestens vorbereitet

Ein Mikrofon ist ein mächtiges Werkzeug, wenn man es richtig nutzt. Mit diesen einfachen, aber effektiven Tipps sorgen Sie für einen souveränen Auftritt und eine hervorragende Verständlichkeit. Und wer weiß, vielleicht haben Sie am Ende sogar Applaus verdient!

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